• Redaktion Seniorenhaus Lumdatal

Zufriedenheit, Glück, ein Lächeln


Was sind das für Menschen, die sich in den Einrichtungen der in Rabenau und Grünberg beheimateten gemeinnützigen „Aktives Leben im Alter gGmbH“ engagieren – für andere, die niemanden mehr im Leben haben und sich über jede Zuneigung, über jede Zuwendung und jedes freundliche Wort freuen? Welche Voraussetzungen haben zudem ehrenamtliche Helfer, welche Fähigkeiten müssen diese vorweisen, wie ist der Zeitaufwand? Karl Schnecker, Jahrgang 1939, ein gebürtiger Londorfer, der seit vielen Jahren im Seniorenhaus Lumdatal tätig ist, steht beispielhaft für Ehrenamtler , die wie er in Besucherkreisen, Seniorengymnastiken oder in Bewohnerbeiräten mitwirken.

Bei der Begegnung mit dem noch sehr rüstigen ehemaligen Krankenpfleger fällt dessen Bescheidenheit auf. Er sei nur einer von derzeit etwa 10 Helfern, so der auch als Ehrenamtslotse der Gemeinde Rabenau wirkende Schnecker, die regelmäßig und mit großer Begeisterung die eigene Freizeit in den Dienst der guten Sache stellten. „Ich bin einer unter vielen, die die zumeist dementen Bewohner besuchen, die teilweise keine Besuche bekommen.“

Die Motivation gerade für die Besuchsgruppe des Seniorenhauses, so der Rentner in einem Gespräch weiter, sei die Keimzelle gewesen, sich intensiver mit den Belangen und Lebensumständen der älteren Bürgerinnen und Bürger auseinanderzusetzen, die in den Einrichtungen von „Miteinander“ wohnen. „Es gibt Aufgaben“, so Schnecker, „die der Staat alleine nicht bewältigen kann“. Da die Heimleitung von der Idee sofort begeistert war und diese auch unterstützte, erweiterte sich das Betätigungsfeld auf ganz natürliche Weise: Er leitet mittlerweile auch eine Gymnastikgruppe, die den Erhalt der körperlichen Beweglichkeit zum Ziel hat. „Mehr als 25 machen bei der wöchentlich stattfindenden Gymnastikgruppe mit“, wie Schnecker stolz anmerkt. Kein Lohn – aber viel Belohnung Entlohnung erhalten Schnecker und seine Mitstreiter dafür nicht, auch wenn „Aktives Leben im Alter“ jedem Ehrenamtler eine Aufwandsentschädigung für Fahrten oder Auslagen anbietet. Auch nicht für die Tätigkeit als Vorsitzender des Heimbeirates, der eine Art Mittlerrolle zwischen Bewohnern und Einrichtungsleitung einnimmt. Lohn und Befriedigung erhielten er und die anderen Ehrenamtler über „Freude der Bewohner, durch ein glückliches Lächeln, durch kleine Gesten“, die anzeigen würden, „wie dankbar und zufrieden“ man sei über die jeweilige Begegnung.

Ehrenamt kann jeder auf ganz eigene Weise Besondere Fähigkeiten seitens der Helfer würden nicht erwartet. „Ein guter Umgang mit Menschen, verdeutlicht Schnecker, sei natürlich wichtig. „Ein freundliches Wesen“, wie er betont, „gute kommunikative Fähigkeiten, das Eingehen auf andere“. Letztlich könnten aber alle, die darauf Lust hätten, am Ehrenamt auch teilnehmen. Eines fällt ihm nach kurzer Überlegung dann doch noch ein: „Ehrlichkeit ist wichtig“, findet er. Denn: „Heimbewohner sollen spüren, dass die Zuwendung ehrlich motiviert ist.“ Natürlich müsse man mit dementen Menschen oder Bewohnern, die körperlich eingeschränkt seien, geduldiger agieren. „Kommunikation findet nur über Verständnis für die Situation des Betroffenen statt“, diese Erkenntnis scheint dem Urgestein aus dem Gießener Umland ganz wichtig. Dabei werden die Ehrenamtler von den Einrichtungen in Londorf aber auch in Grünberg nicht alleine gelassen: Es finden regelmäßige Informationsveranstaltungen über Krankheitsbilder und –verläufe sowie Erfahrungsaustausche mit Mitarbeitern der Einrichtungen statt. Dass die meisten Helfer bereits selbst im Seniorenalter sind, findet Schnecker dabei nicht schlimm, da man zumeist auf der gleichen Wellenlänge liegen würde. Trotzdem freue man sich auch über jüngere Menschen, die ihre eigene Sichtweise und Empathie in eine Aufgabe einbringen wollten, die den älteren und bedürftigen Bewohnern zugute kommen würde.

------------------------------------------------------------------------------------ Ehrenamtstag 2016 Wer sich fürs Ehrenamt interessiert oder durch seine Anwesenheit die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer ehren will, ist am 29.November 2017 herzlich eingeladen: Zwischen 14 und 16 Uhr kommen Angehörige, Freunde und Interessierte sowie Gäste im Seniorenhaus Lumdatal (Rabenau-Londorf) zusammen, um sich mit den ehrenamtlich tätigen Helfern und Mitarbeitern bei Kaffee und Kuchen über das Ehrenamt auszutauschen. Gleichzeitig feiert das Seniorenhaus an diesem Tag auch den 1. Geburtstag des Demenzcafés, das ebenfalls wesentlich von Ehrenamtlern unterstützt wird. Mehr dazu hier: Hier klicken.

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